VIOGNIER

IR_00938Delikat, rund und cremig

Diese schwer zu kultivierende und zu verarbeitende Rebe verzeiht keine Fehler (gedeiht am besten an vollbesonnten offenen Hängen oder Terrassen in Süd- oder Südwest-Lage).

Die sehr duftige und subtile Traube offenbart eine vielschichtige Aromenfülle von gelben Früchten (Mango, Birne, Pfirsich, Aprikose, Quitte), frischen Blumen (Veilchen, Iris, Akazie), Moschus und Gewürzen, aber auch von Stein- und Schalenfrüchten (Mandeln und gegrillte Haselnüsse).

Den aus der Viognier gekelterten trockenen Weißweinen gelingt es Gegensätze miteinander in Einklang zu bringen, indem sie am Gaumen erstaunlich weich und vollmundig wirken. Viognier ergibt genussvolle Weine, die sofortiges Trinkvergnügen bereiten. So die Condrieu-Weine, die ihren Höhepunkt in 2 oder 3 Jahren erreichen und dann sehr vollmundig und exotisch sind. Oder der Château-Grillet, der wiederum 12 bis 18 Monate im Barriquefass ausgebaut wird und schon kurze Zeit nach der Flaschenabfüllung getrunken werden kann. Er wird diskret in der Komposition des Côte-Rôtie eingesetzt, dem er zarten Veilchenduft verleiht.

Zögern Sie nicht, den Viognier-Wein in Verbindung mit grünem Spargel, Sushi, Austern, Hechtklößchen in „Sauce Nantua“, Flusskrebsschwänzen, Rigotte de Condrieu, Picodon de la Drôme (beides Ziegenkäse) oder einer gedeckten Mandeltorte, … zu genießen.

 

Der Boden

Die Wiege der Viognier-Traube sind Condrieu und die Hänge der benachbarten Dörfer. Vor noch gar nicht allzu langer Zeit wurde diese Rebsorte ausschließlich in diesen Gegenden angebaut.

Es wird erzählt, der römische Kaiser Probus habe den Viognier aus Dalmatien nach Frankreich gebracht. Auch wenn sich der Name der Rebsorte aus dem keltischen Wort für Holz „Vidu“ ableitet, das man ebenfalls in dem savoyischen Ortsname „Vions“ wiederfindet, so ergab doch eine DNS-Analyse, die 2004 von Forschern der „University of California“ in Davis durchgeführt wurde, dass der Viognier seinen Ursprung in der Alpenregion hat, da er eng mit der aus dem Piemont stammenden Freisa verwandt ist. In den frühen 60er Jahren noch nahezu unbekannt wurde Viognier lediglich auf einer Anbaufläche von 28 Hektar um Condrieu herum angebaut und fast durch die Reblaus vernichtet. 1986 betrug die Anbaufläche des Viognier nur noch 20 ha.

Aber dank der Condrieu-Weine, durch die er bekannt wurde, hielt er auch im Süden Frankreichs und im Ausland Einzug. Die Viognier-Traube gedeiht auf nährstoffarmen Böden aus zersetztem Granit, Glimmer und kargem Kalkstein. Die nur wenig ergiebige Rebsorte bringt in guten Jahren Erträge zwischen 20 und 30 hl/ha hervor. Zur maximalen Entwicklung seiner fabelhaften Aromenvielfalt benötigt er eine perfekte Sonneneinstrahlung.

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