Neuigkeiten (Decouvertes en Vallée du Rhône – Nachlese)

Nun sind wir wieder eine Woche zurück und es Zeit, die Woche in Avignon mal kurz zu bewerten und über einige Neuigkeiten zu berichten.

IR_04431

Zum allererst das für mich als kleinem Importeur Beste: auch wenn ich es für die Winzer und die Menschen dort eigentlich nicht so gut finde, für mich und meine Kunden ist diese Entwicklung gut. Die Wirtschaftslage in Frankreich führt dazu, dass die französischen Produzenten Deutschland als Markt wieder entdecken und sich um diesen großen Markt bemühen.

Das führt dazu, dass ich endlich meinen Kunden einen sehr guten und dazu auch noch bezahlbaren Wein aus dem berümtesten Anbaugebiet der südlichen Côte du Rhône anbieten kann. Also ein Willkommen an Chateauneuf du Pape bei Rhone-und-R(h)ein. Willkommen in Bonn, liebe Domaine de la Charbonniere! Zwei junge Damen mit alten Reben und besten Lagen machen sehr feine Weine – den „Standardwein“ und drei Lagenweine.

Auch habe ich endlich wieder einen Wein aus der AOP Rasteau im Programm. Elodie Balmes Wein hat ich ganz zu Begin in meinem Programm und bei der Auswahl ein so guten Händchen, dass ein Wochenende vor meiner Bestellung jeder Tropfen auf Grund eines Artikels in einer großen französischen Tageszeitung ihr aus dem Keller gesaugt wurde und ich meine Kunden nicht mehr beliefern konnte – es war einfach kein Tropfen mehr da. Nun hat sie aber ihr Weingut vergrößern können (gut, dass die Familie noch ein paar guten Lagen besitzt) und somit der Nachschub vorhanden ist.

Auch die Domaine d’Ourea hat mich wieder überzeugt und ich hoffe, dass die Preise reel sind.

Von La Martinelle ist zu vermelden, dass es keinen „13ième“ geben wird, aber da die Franzosen sogenannte Tafelweine (Vin de France) eher meiden, gibt es noch Restbestände – mal sehen, was ich anbieten kann.

Ansonsten kann ich vermelden, dass alles was ich von meinen Winzern probiert habe, weiterhin sehr gut gelungen ist und der neue Jahrgang 2013 (rot) oder 2014 (weiss und rosé) ausnahmslos faszinieren werden, denn 2013 war geprägt durch einen sehr geringen Ertrag an Grenache – somit werden die Anteile an würzigem Syrah und kraftvollem Mourvedre höher sein. 2014 war ein Jahr, das den weißen Rebsorten gut getan hat, sie sind alle frisch und lebendig.

Im Mai werden Sie diese Weine dann probieren können – viele werden in den nächsten Wochen abgefüllt und sind dann für die nächste Weinprobe fertig.

Der Herr Gatte hat alles schön beschrieben, was wir so erleben durften:

Stancerblog – Avignon: eine Woche aus dem Leben einer Unternehmergattin (für etwaige weitere Texte und Inhalte dieses Blogs übernehme ich keine Gewähr hinsichtlich des Inhalts und der Jugendfreiheit)

Decouvertes in Avignon 

Und wie der Mistral die ganze Organisation durcheinander brachte….

Nun war es soweit: die Messe war in Avignon angekommen und diese beiden Tage wollten genutzt werden. Zum Glück hatten wir ja nicht viel mehr vor als unsere Winzer zu besuchen und den einen oder anderen Wein zu probieren.

Dieses Jahr wurde die Messe über die ganze Stadt verteilt und fand somit nicht nur im Papstpalast statt. Das hatte den Vorteil, dass man etwas von Avignon sehen konnte, aber bei Mistral auch den Nachteil, immer wieder in den kalten Sturm zu müssen. Wie man uns berichtete, wurde der Termin extra so gewählt, dass die Messe vor der großen Messe ProWein stattfindet, was aber vielleicht nicht den gewünschten Effekt hatte. Denn wir konnten beobachten, dass es doch nicht so voll wurde, wie gewünscht. Vielleicht lag es aber doch an der offiziellen Abwesenheit der Châteauneuf-du-Pape-Winzer, die auf Grund von verbandsinternen Streitigkeiten vor ein paar Jahren den Verband Interrhône verlassen haben und nun in allen Dokumenten und Broschüren nicht mehr existieren. Sehr schade für alle – mancher Händler wird wohl deshalb nicht gekommen sein und auch diese „Edelwinzer“ müssen ja ihre Kunden immer wieder finden.

Wir jedenfalls haben es uns gut gehen lassen. Mittags gab es ein Buffet und Abend mehrere Veranstaltungen. Warum das Mittagsbuffet in einem Zelt angeboten wurde, kann ich mir nicht erklären. Den Organisatoren ist doch bekannt, dass der Mistral gerade zu dieser Jahreszeit häufig weht. Und so auch diese Tage: das Buffet am zweiten Tag wurde abgesagt und eine „Notverpflegung“ angeboten, denn der Mistral blies in Böen mit 120 km/h durch Avignon und durch das Zelt. Und das macht keine Freude, wenn man durch die Stadt laufen muss.





Aber es gab ja noch diese Abendveranstaltungen. Wird hatten ein Einladung für das feine Luxushotel „Hotel de l’Europe“ zu einer Soiree Tavel, Rasteau und Châteauneuf-du-Pape (gibt es ja eigentlich gar nicht). Alles war sehr gediegen, edle Weine, feinstes Essen, Trüffel im Überfluss – hier konnte man sehen, wo das Geld ist. Aber auch das war ein Erlebnis: alle ganz wichtig und jeder gefüllt mit Bedeutung. Diese Bedeutungsfülle nahm am Abend ab und die Weinfülle zu. Draußen fegte der Mistral die Gläser von den Tischen und drinnen wahrscheinlich so mancher Gast am späteren Abend auch.





Morgen werden wir noch ein paar Winzer besuchen und das Wetter nach dem Mistral genießen. Der enorme Vorteil am Mistral und den vielen Weinproben: man geht zeitig ins Bett. 



Schwarze Tinte

Heute war für uns der erste Tag der Décuvertes en Vallée du Rhône, den ersten Tag haben wir ausgelassen – von Avignon war es uns zu weit in den Norden nach Ampuis. Aber die 1 1/2 Stunden nach Tain l’Hermitage wollten wir auf uns nehmen, denn nicht nur der Wein lockte, sondern auch ein Besuch bei Valrhona, dem weltbekannten Chocolatier (2,5 Kilo sind schnell zusammen). 

Und außerdem bekommt man selten einen Hermitage ins Glas. Teuer ist der Wein und die rote Variante sollte jeder lieber 10 Jahre in den Keller legen. Denn dieser Rotwein ist ein Brocken, Granit wie der Fels auf dem er gedeiht. In jungen Jahren ein hammerharter Tropfen und dazu unglaublich dicht und die Farbe ist wirklich fast schwarz. Nicht ohne Grund haben die Bordeaux-Winzer diesen Wein zum Einfärben ihres damals doch recht blassen Weins genutzt. 

Nicht für schwache Nerven und für kleine Geldbörsen: unter 30 € ist hier nichts zu bekommen und das ist dann nicht die hohe Kunst. Für den sehr leckeren Weißwein gilt gleiches. 

Aber wer die Möglichkeit hat, sollte diesen Felsen besuchen und eine kleine Wanderung vom Fluss hoch zur Kapelle machen. Viel lernen kann man auf diesem Weg noch dazu. Und der Blick ist wunderbar. 

Und danach kann man sich bei Valrhona erholen. Nicht billig, aber dafür sehr lecker. Wie oben geschrieben sind wir mit 2,5 Kilo aus dem Laden gekommen und zwar in einer Tüte und (noch) nicht im Bauch.