Olivenöl…ein schwarzes Jahr!

Dieses Jahr ist ein schwarzes Jahr für die schwarzen Oliven aus Nyons, aber nicht nur dort – was schon schlimm genug ist, denn ich liebe diese Oliven und das Öl aus Nyons. Warum das so ist verrate ich später.

olives_nyons_1_1Aber warum ein schwarzes Jahr, wo doch der Winter 2013/14 so mild war und der Frost keine Olivenbäume zerstört hat. Genau deshalb, es gab keinen Frost! Die Ernte 2013 war schon gering und der fehlende Frost hat das Ungeziefer in Form der Olivenfruchtfliege nicht dezimiert, dazu kam im Südfrankreich aber auch in Italien der feuchte Sommer hinzu. Die Ernte in diesem Jahr fällt daher so niedrig aus, dass von einem schwarzen Jahr gesprochen wird…ein Katastrophenjahr. Und das in Spanien, Italien und Frankreich. Von Griechenland habe ich noch nichts gehört oder gelesen. Vielleicht habe die Griechen ja Glück gehabt.

Aber für Nyons ist das eine Katastrophe und für mich gleich mit, denn diese sehr speziellen schwarzen Oliven sind meine Lieblingsoliven – sehr mild und rund im Geschmack. Und das gilt auch für das Öl. Öl und Oliven der Sorte Tanche sind für zwei der besten Varietäten, die es gibt. Wer Oliven nicht so gern mag (was ich verstehen kann, wenn man nur diese olivenartigen Kugeln kennt, die man so oft auf der Pizza findet), der muss diese probieren und er wird seine Meinung ändern.

Aber vielleicht bringt diese Situation die Deutschen endlich dazu, für gutes Olivenöl den nötigen Preis zu bezahlen. 4,99 € für eine Flasche Olivenöl extra vergine im Supermarkt kann nicht möglich sein und erst recht nicht für Öl aus Frankreich oder Italien.

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SEI DU! UND EIN BISSCHEN CÔTE DU RHÔNE

Heute kam passend zur Weinprobe am Samstag ein Paket mit Werbe- und Informationsmaterial an – ungeplant und ungefragt. Aber dafür sehr praktisch. Insbesondere die roten Stofftaschen sind eine gute Idee, da wir hier in Bonn ja genau diese vermissen seit die Buchhandlung Bouvier geschlossen hat. Die roten Taschen gehören einfach zu Bonn!
Merci bien, Interrhone!*

*Interrhone ist der Verband der Rhône-WinzerIMG_2071-0.JPG

Captain Cork hat recht!

http://www.captaincork.com/chateau-de-beaucastel-perrin-nature-biowein-cotes-du-rhone-frankreich

„Die Mannschaft macht eine Flasche aus der Studentenweinregion Côtes du Rhone auf. Aber huch! Der Rotwein Perrin Naturel zeigt, was die Gegend inzwischen zu bieten hat: Qualität, die nicht viel kostet….“

Da hat er recht, der Captain, auch wenn er hier einen zugegeben eher einfachen, aber sauber gemachten „Massenwein“ bespricht. Er sollte vielleicht 1€ mehr ausgeben und schon ist er in einer weit höheren Qualitätsstufe.
Aber recht hat er.

So schnell kann es gehen…

BOUFR09AKaum auf der Liste, schon ausverkauft. Leider passiert so etwas jedem Händler immer wieder, aber da Wein nun kein industrielles Produkt ist – jedenfalls nicht hier, besteht immer die Gefahr, dass gerade die Raritäten auch beim Winzer schnell ausverkauft sind. Bei Erträgen von 8 hl/ha ist die Gefahr immer gegeben. 8 Hektoliter pro Hektar sind 800 Liter bzw. ca. 1.000 Flaschen. Wenn wie bei der Domaine la Bouïssiere dann noch nur ca. 1,5 Hektar zur Verfügung stehen, dann ist es keine Gefahr, sondern ein Glücksspiel. Und diesmal war mir das Glück nicht hold. Aber zum Glück sind die anderen Weine des Weinguts auch sehr gut und dazu günstiger.

100PP, 99PP,…,94+PP,… Robert Parker Punkte und die Weinkritiker

Die Punkte-Saison beginnt wieder und nicht nur die Jagdsaison im Wald, sondern auch die im Keller beginnt wieder. Der Herbst ist die Saison der Punktjäger.

Aber was sagt einem das? Hilft es? Ja und nein, denn Weinkritiker haben einen enormen weltweiten Einfluss auf den Weinmarkt. Das beste und auch das berüchtigste Beispiel ist wohl Robert Parker.

robert-parkerRobert Parker ist ein amerikanischer Weinkritiker, dem die vielleicht zweifelhafte Ehre gebürt, dass seine Bewertungen über Wohl und Wehe ganzer Weinregionen zu bestimmen – seine Punktbewertung machen den Preis.

Der geneigte Leser kann sich darüber ein Bild bei Wikipedia machen. Sein Einfluss hat viele Winzer dazu gebracht, an der Qualität ihrer Weine zu arbeiten. Leider aber wird dann oft übertrieben, denn die Bewertung ist und kann nicht neutral sein: er hat Vorlieben und sicherlich auch Vorurteile. Ein zentraler Punkt ist: er mag kräftige und fruchtbetonte Weine mit Holzaromen. Sie haben sicherlich schon oft gelesen: Barriqueausbau! Aber zum einen verträgt nicht jeder Wein die Lagerung in diesem kleinen Holzfass, zum anderen wird so auch der typische regionale Geschmack verändert und das alles nur weil Robert Parker es „verlangt“.

Aber Robert Parker ist nicht alles! Zu allererst gilt es, den eigenen Geschmackssinn zu trainieren und dann probieren und kosten. Dann kann man sich den Kritikern zuwenden und sie vielleicht als Hilfe nutzen.

Natürlich freut es mich, wenn Robert Parker einen der Weine, die ich vertreibe, mit 94PP bedenkt. Aber ich weiss in diesem Fall, dass dieser Wein nicht gemacht wurde, um ihm zu gefallen. Denn dafür ist er zu „kühl“ und das mag Robert Parker wohl nicht so gern – also „nur“ 94PP.

Auch muss man wissen, dass er natürlich nicht alle Weine dieser Welt bewertet und – das ist bei allem Punktejagen sehr wichtig zu beachten – dass viele Winzer ihre Weine aus gutem Grund nicht bewerten lassen wollen. nicht weil sie schlecht sind, sondern weil Robert Parker sie nicht mag, sie passen nicht in seine Vorstellung, wie ein Wein aus dieser oder jener Region zu schmecken hat. Also Augen auf! Das beste Beispiel für mich ist die Domaine L’Oratoire St.Martin.

Ach ja, von Jancis Robinson halte ich mehr, aber auch sie zu schnell dabei, einen ganzen Jahrgang schlecht zu schreiben.

Wir werden es in den nächsten Tage erleben, wenn die „Bewertungen“ zum Jahrgang 2013 veröffentlicht werden. „Irregulär“ habe ich schon gelesen, aber ist das nun schlecht? oder doch eher etwas spannend? Sicherlich wird der Wein anders schmecken, wenn in der Cuvée der Grenacheanteil sehr niedrig ist, weil eben die Ernte beim Grenache in diesem Jahr sehr niedrig war. Das kann einem natürlich nicht in einem Anbaugebiet passieren, wo es keine Cuvées gibt. Das gibt es dann in diesem Sinne keine „irregulären“ Jahrgänge.

Grünkohl und Wein….das passt nicht zusammen.

Liebe Leserin, lieber Leser,
eigentlich gibt es ja zu jedem Gericht einen passenden Wein – sollte man denken. Aber es gibt Ausnahmen. Manchmal harmoniert der Wein nicht und der Genuss ist eingeschränkt. Ein gutes Beispiel wäre Spinat. Dennoch kann man einen Wein finden, der dazu eher passt, wenn man nicht nur Spinat isst.
Mir ist nur eine Ausnahme bekannt, für die es keinen auch nur annähernd passenden Wein gibt: Grünkohl!

Grünkohl ist – für diejenigen, die das nicht kennen – eine Spezialität aus Norddeutschland (also ein Gegend, die nicht für Wein und Genuss steht und somit auch nicht gerade für die dem Weingenuss inneliegende Kommunikationsfreude). Grünkohl ist ein Wintergemüse, das gern mit speziellen Würsten und Kartoffeln zubereitet wird – eher deftig als fein, aber unglaublich lecker. Nur eben nicht mit Wein! Hier passt nur ein herbes Pils (kein zartes Kölsch oder ein Münchner Helles) und ein Weizenkorn. Dann kann aber jeder Herbststurm oder Schneesturm kommen, das kann einem dann nichts mehr ausmachen.

Und wenn man danach noch eine Flasche feinen Rotwein hat, umso besser.
Ich empfehle für danach einen Vinsobres oder einen Spätburgunder von der Ahr.

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Und für die Franzosen: Grünkohl ist chou de Milan. Hätte jemand gedacht, dass unser norddeutsch deftiges Gemüse in Frankreich Mailänder Kraut heißt?